Revolutionskalender

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Kunst Spektakel Revolution Eine Romanze mit der Revolution.

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Im Herbst 2017 findet die Veranstaltungsreihe Kunst, Spektakel & Revolution zum sechsten mal in der ACC Galerie Weimar statt. Der diesjährige Themenblock steht unter dem Titel »Romanze mit der Revolution« – wie der gleichnamige Titel einer Ausstellung, die zur gleichen Zeit in der ACC Galerie zu sehen ist (Link). Kunst und Revolution haben sich in der Geschichte immer wieder aneinander angenähert und gegenseitig angezogen – auch wenn diese Beziehung stets nur momenthaft, prekär und unsicher gewesen ist. Die Kunst hat allein deshalb eine gewisse Nähe zur Revolution, weil in ihrem Bereich das Realitätsprinzip der bürgerlichen Gesellschaften außer Kraft gesetzt sein soll – aus diesem Grund ist die Kunst der Revolution aber auch entrückt, weil ihr virtueller Charakter die Wirklichkeit unangetastet lässt, an die die RevolutionärInnen Hand anlegen wollen. Gerade aufgrund der Momenthaftigkeit dieser Beziehung lohnt sich eine Auseinandersetzung mit ihr – hier liegen Geschichtsstränge und Entwicklungsmöglichkeiten verschüttet, die etwas Unabgegoltenes an sich haben. An der Beziehung von Kunst und Revolution lässt sich gleichzeitg rekonstruieren, wie sehr Kunstgeschichte und gesellschaftliche Entwicklung miteinander verwoben sind – insbesondere anhand der widerspruchsvollen Beziehung zwischen der russischen Avantgarde und der Oktoberrevolution, die sich 2017 zum hundertsten mal jährt. 

Die Reihe ist eine Kooperation der ACC Galerie Weimar mit dem Bildungskollektiv BiKo e.V. und wird gefördert von der Rosa-Luxemburg-Stiftung Thüringen.

 

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► Fr, 15.09.17, 20:00 Uhr – Selbstkritik eines bürgerlichen Hundes

Film von Julian Radlmaier mit einer Einführung von Jakob Hayner

Ein bürgerlicher Windhund gesteht, wie er vom Filmemacher zum Vierbeiner wurde: Weil er gerade keine Förderung bekommt, sieht JULIAN sich gezwungen, einen Job als Erntehelfer anzunehmen. Als er der jungen Kanadierin CAMILLE weismacht, es handele sich dabei um die Recherche für einen kommunistischen Märchenfilm, in dem sie die Hauptrolle spielen soll, will sie ihn begleiten und Julian spinnt romantische Fantasien. So landen die beiden in der trügerischen Idylle einer ausbeuterischen Apfelplantage. Während Julian unter der körperlichen Arbeit leidet und sich vor den merkwürdigen Zimmergenossen in den Containerbaracken fürchtet, stürzt sich Camille enthusiastisch in die vermeintliche Recherche und freundet sich mit HONG und SANCHO an, zwei wundergläubige Proletarier auf der Suche nach dem Glück. Für Julian wird es zunehmend schwieriger, den kommunistischen Filmemacher zu performen, außerdem kommt ihm ein Vorzeigearbeiter mit amerikanischen Träumen in die Quere, ein stummer Mönch mit magischen Kräften und einem Sprung in der Schüssel tritt auf, die Plantagenbesitzerin wird versehentlich getötet und eine versuchte Revolution endet in Ratlosigkeit. Da kommen die Spatzen in den Bäumen mit einem unerhörten Plan… 01_Hund_web

Julian Radlmaier studierte Regie an der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin und arbeitete in dieser Zeit als persönlicher Assistent von Werner Schroeter. Zudem gab er verschiedene Übersetzungen von filmtheoretischen Schriften des französischen Philosophen Jacques Rancière heraus. »Selbstkritik eines bürgerlichen Hundes« ist sein Abschlussfilm. Jakob Hayner schreibt für zahlreiche Zeitschriften (u.a. Jungle World und Konkret) und ist Redakteur der Zeitschrift »Theater der Zeit«. Für die Jungle World hat er ein Interview mit Julian Radlmaier über dessen neuen Film geführt. Jakob Hayner gehört zum Redaktions-Kreis von Kunst, Spektakel & Revolution.

► Do, 21.09.17, 20:00 Uhr – Vom prophetischen Schrecken der RevolutionÜber Kafkas »Der Prozess«.

Nikolai Bersarin

Als Franz Kafka am 13. August 1912, bei Max Brod zu Gast, seine spätere Verlobte Felice Bauer traf, sah es zunächst nicht nach dem Beginn einer großen Liebe aus. »Knochiges leeres Gesicht, das seine Leere offen trug«, notierte Kafka eine Woche nach dieser Begegnung in sein Tagebuch. Doch aus dieser Liaison ging einer der gewaltigsten Romane der Literatur hervor. Die (vermeintliche) Leere dieses Gesichts wurde in gewaltiger Prosa ausgeschrieben. Wieweit sich in diesem Kontext Biographie und Schreiben verschränken, soll jedoch nur am Rande Thema des Vortrags sein. Vielmehr geht es darum, mit Kafkas »Prozess« die besonderen Züge seiner Literatur darzustellen – nämlich eine Revolution der Poetik und des Schreiben. Das noch junge Medium Film hielt genauso in den Roman Einzug wie Photographie und Theater. 02_Kafka_webMit Adorno kann man bei Kafkas Prosa von Gesten aus Begriffen sprechen. Das Spezifische dieser Prosa wird Thema des Vortags sein: sowohl die Form des Fragments, die Verquickung von Biographischem und Fiktion und ebenso, dass jene Revolution, die gesellschaftlich bereits in der Luft lag, sich auch in der Literatur ausbreitete und die Avantgarden erfasste, soll anhand von Kafkas »Prozess« gezeigt werden. Worauf wir bei der Lektüre Kafkas stoßen, ist eine Revolution des Schreibens und Erzählens. Ein neuer Realismus konstituierte diese Literatur. Ein Realismus, der den Schrecken des Jahrhunderts wie auch die Fragilität von Subjektivität prophetisch vorwegnahm und in literarische Bilder bannte.

Bersarin, Jahrgang 1964, studierte Philosophie, Soziologie, Germanistik und nebenher Kunstgeschichte. Er lebt und arbeitet in Berlin, ist tätig im Verlagswesen und beschäftigt sich mit der Philosophie und Ästhetik der Moderne sowie der Postmoderne. Insbesondere die Philosophie Kants, Hegels, Adornos und Benjamins wie auch Positionen des Französischen Poststrukturalismus gehören zu seinem Arbeitsfeld. Er betreibt den Blog »Aisthesis« und macht Fotos, die er zuweilen hier zeigt. In KSR N°3 schrieb er »Über die Geschmacksbildung in der Kunst«. In KSR N°4 schrieb er über »Hölderlin in der geschichtsphilosophischen Perspektive von Georg Lukács und Theodor W. Adorno«.

► Do 28.09.17, 20:00 Uhr – Ein Riss ist in der WeltÜber Romantik und Revolution.

Jörg Finkenberger

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Die Romantik, die erste moderne Avantgardebewegung, gilt zu Unrecht als prinzipiell rückwärtsgewandt. In den Ländern, in denen sie zuerst entsteht, Deutschland und England, kann sie viel genauer beschrieben werden, wenn man sie unter dem Blickwinkel ihrer kritischen Sympathie mit der französischen Revolution betrachtet, auf derem Höhepunkt sie entsteht. Die revolutionären Sympathien der frühen Romantiker sind nicht individuelle Zufälle, sondern reichen ins Innerste der Neuen Schule. Sie nimmt die epochale Erschütterung nicht nur von aussen auf, um sie zu verarbeiten, sondern betrachtet sich selbst, ihre Philosophie, Kunst und Wissenschaft als integralen Bestandteil eines revolutionären Programms, das beitragen soll, die Revolution vor ihrem Versagen zu retten, indem sie über ihre Beschränkung hinaustreibt. In diesen Kreisen wird das Problem der Erneuerung, man könnte fast sagen: der Gründung einer Gesellschaft radikaler betrachtet als jemals vorher, und lange nachher. Wie und warum es dazu kam, dass dieses Bild unter der Restaurationszeit sich verdunkelte, obwohl die Impulse dieser revolutionären Avantgardebewegung bis zu uns sich messbar fortsetzen, das versucht der Referent zu zeigen, erst mit gemischten Ausführungen über die Erkenntnistheorie, Poetologie, Politik, Philologie und Erotik der Romantiker, dann mit einigen biographischen und historischen Bemerkungen, zuletzt unter Rückgriff auf das Bild des »Risses in der Welt«, das sich durch die ganze romantische Schule und alle spätere Moderne zieht, und welcher Riss, wie zu zeigen sein wird, derselbe Riss ist wie in Brechts »Lied vom Klassenfeind«.

Jörg Finkenberger ist Mitherausgeber der Zeitschrift »Das große Thier« und widmet sich in seinen Texten u.a. der Kritik des Staats (siehe: »Staat oder Revolution. Kritik des Staates anhand der Rechtslehre Carl Schmitts«, ça ira Verlag 2015). In KSR N°4 schrieb er unter dem Titel »Ein Riss ist in der Welt« einen Text über die Romantik. In KSR N°5 schrieb er einen Text über die Ermordung von Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht.

► Sa 07.10.17, 14:00 Uhr – Ein Blick zurückÜber die feministische Utopie, eine Geschichte zu haben.

Workshop mit Johanna Krümpelbeck und Pia Marzell (AK Unbehagen)

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Dass sich die Emanzipation der Frau nicht automatisch aus ihrer ökonomischen Gleichstellung ergeben würde, war für Lenin und viele seiner männlichen Genossen undenkbar. Die russische Revolution war vor allem als Emanzipation des männlichen Subjekts gedacht worden, das »Private« blieb das Problem der Frauen. Wir werfen einen Blick zurück und sehen uns Emanzipationsentwürfe an, die Privatsphäre, Sexualität, psychische Strukturen und kulturelle Aspekte nicht ausklammern, sondern sich dezidiert mit ihnen beschäftigen. Auch Christa Wolf denkt in ihrer Neuerzählung des Kassandra-Mythos über die Abspaltung des Weiblichen aus der Öffentlichkeit nach und lässt ihre Figur über die Folgen dieser Trennung reflektieren. Ausgehend davon wollen wir mit euch darüber diskutieren, wie eine Utopie ohne getrennte Sphären aussehen könnte und darüber nachdenken, ob nicht schon in dem (Um)Erzählen einer Geschichte etwas revolutionäres aufscheint. Wir freuen uns auf euch!

AK Unbehagen ist ein Lesekreis in Leipzig, der sich mit feministischer Theorie und Literatur auseinandersetzt. Angesichts einer sehr brüchigen feministischen Geschichtsschreibung geht es dem AK insbesondere darum einige Standpunkte und Sichtweisen zum »weiblichen Subjekt« zusammenzutragen.

► Do 12.10.17, 20:00 Uhr – »… versunken im Schlamm des Trauerbachs«»Linke Melancholie« und revolutionäre ästhetische Praxis.

Antje Géra

»Linke Melancholie« ist eine Diagnose, die gerade in Krisenzeiten emanzipatorischer Praxen schnell zur Hand ist. In Berufung auf das von Walter Benjamin in den 1930er Jahren geprägte Schlagwort erklingen Klagen über einen Mangel an »Aktivismus«, den Rückzug aus gesellschaftlichen Gefechten »der Straße« in Selbstbespiegelungsdiskurse, »passives Lesekreisen« und (pop-)kulturelle Jammertäler. Was sich der Umwälzung verschrieben habe, sei durch eine Rückwärtsgewandtheit bestimmt, die sich in nostalgischem Schwelgen in überholten Traditionen und melodramatischem Suhlen in Niederlagen emanzipatorischer Bewegungen äußere. Von einer »wirklichen Bewegung« keine Spur – nur unwirksamer Stillstand und eine einzige Misere aus Pessimismus, Nihilismus und Utopieverlust. Als Hauptübel wird ein ästhetischer Eskapismus identifiziert, der zu »politischer Handlungsunfähigkeit« führe. Gemeinsam ist diesen Kritiken die Forderung nach einer politischen Praxis, welche die Melancholie überwinde und die Kunst in den Dienst eines politischen Aktivismus stelle. 05_melancholie_web

Anliegen des Vortrages wird nicht sein, über die Angemessenheit der zeitdiagnostischen Momente dieser Auffassungen Urteil zu sprechen. Vielmehr wird dem Verdacht nachgegangen, dass sie nicht nur mit einem unterkomplexen Verständnis von Melancholie operieren, sondern zudem phantasmatische Erzählungen über die Wirksamkeit politischen Widerstandes und instrumentelle Modellierungen des Verhältnisses von Kunst und Politik produzieren. Dabei wird sich gerade in einer Kontextualisierung der Benjamin’schen Bezugnahme auf Melancholie im Allgemeinen und auf »linke Melancholie« im Besonderen eine andere Tradition des Melancholie-Topos ausweisen lassen. Diese Tradition führt von Karl Marx über Walter Benjamin, Guy Debord und Peter Weiss hin zu Mark Fisher und aktuellen feministischen Konzeptionen von Melancholie als Widerstand. Indem in dieser Tradition die Auseinandersetzung mit melancholischen Ausdrucksformen eine tragende Rolle in selbstkritischen Reflexionen politischer Praxen spielt, deutet sich an, inwiefern »linke Melancholie ein unverzichtbares Moment einer Auffassung von Widerstand sein könnte, welches diesen radikal als politisch-ästhetische Praxis versteht.

Antje Géra forscht zu einer kritischen Theorie der Bildlichkeit, melancholischer Kritik und einem philosophischen Begriff von Widerstand. Gemeinsam mit anderen Mitarbeiterinnen etabliert sie feministische Lehre und Forschung am Institut für Philosophie Hildesheim. Sie lebt in Hamburg.

► Do 19.10.17, 20:00 Uhr – Reconstructed Line #3A selection of pieces of music regarded as »protest songs«.

Till Gathmann (Ort wird noch bekannt gegeben)

Die Vorstellung, dass die Linie ein bewegter Punkt sei, entspringt den kunsttheoretischen Schriften von Paul Klee. Mit ihrer Dynamik, die sich auf einer passiven Fläche entfaltet, macht die Linie ein weitreichendes Spannungsfeld zwischen dem affektiven, denkenden und handelnden Subjekt auf. Till Gathmann geht der Frage, wie sich das innere Empfinden zum Ausdruck bringen lässt, in Form von kleinen Zeichnungen nach, die – einer Schrift nicht unähnlich – aus einer fortlaufenden Linie entstehen. In Rekonstruierte Linie wird eine dieser Zeichnungen mit Hilfe ihrer genauen Beschreibung als Wandzeichnung rekonstruiert. Indem er eine Übersetzung von Affekt in Zeichnung, Zeichnung in Text und Handlung vollzieht, untersucht Gathmann ein eminent politisches Problem: Die Frage der Affekte und der Spontanität im politischen Denken und Handeln. Entsteht die Wandzeichnung in Erinnerung an eine frühere Empfindung, so kann sie die spontane Kraft unmöglich wiedergeben, von der die ursprüngliche Linie angetrieben war. Was die Mühe der Rekonstruktion hervorbringt, ist eine Spur des Nachdenkens über das eigene Tun. 06_line_web

Till Gathmann ist Künstler, Buchgestalter und Autor. In seinen künstlerischen Arbeiten setzt er sich mit der Politik der Form auseinander. Er knüpft an die Formensprachen klassischer Konzeptkunst und Fluxus an, ohne sich auf diese Sparten festzulegen. Eine Auseinandersetzung mit dem Faschismus ist ein wiederkehrendes Motiv. In der Ausgabe #1 der Zeitschrift Sans Phrase schrieb er über »Object of Importance but Little Value – Analer Charakter und Werkkrise«. In der Ausgabe #3 derselben Zeitschrift schrieb er über »Der Fall Beuys. Analer Charakter und Werkkrise: Bundesrepublik Deutschland«.

► Do 09.11.17 – Von der künstlerischen Komposition zur ästhetischen AbstraktionÄsthetische Revolutionen zu Zeiten der Oktoberrevolution.

Kerstin Stakemeier

Als noch nicht sonderlich lange existierende moderne Verengung zuvor wesentlich weiter gefasster ästhetischer Produktionsformen auf einen industriell ausgeschlossenen Zweig gesellschaftlicher Folgenlosigkeit ist die Kunst ein Kapitalisierungseffekt. Und damit wären ihre Arbeitsformen ebenso wie die aller anderen modernen, industrialisierten Formen zu revolutionieren. Eben dies versuchte der russische Proletkult, eine Organisation die sich kurz vor der Oktoberrevolution in Leningrad gründete, und in den folgenden Jahren Studios in Fabriken ebenso wie an der Front eröffnete, mit dem Ziel eine allgemeine künstlerische Produktion zu eröffnen. Damit stand er, ebenso wie diejenigen die außerhalb Russlands an seine Programme anknüpften, wie etwa der von Karel Teige in Prag mitbegründete Poetismus oder Lu Märtens in Berlin verfasste Theorie des »Wesens und Veränderung der Formen (und Künste)«, im direkten Gegensatz zur Kunst- und Kulturpolitik des »orthodoxen Marxismus«. Im Vortrag soll es darum gehen diese Position nicht nur als vergangenen ästhetischen Radikalismus vorzustellen, sondern auch zu fragen warum sich die bürgerlich-kapitalistische ästhetische Beschränkung mit dem Namen Kunst sich bis heute so großer Beliebtheit erfreut.

Kerstin Stakemeier lehrt Kunsttheorie- und vermittlung an der Akademie der bildenden Künste Nürnberg. Sie forscht zur Kunstgeschichte, insbesondere deren radikalen Strängen. Sie ist immer wieder an Ausstellungsprojekten beteiligt, so etwa Aktualisierungsraum oder Klassensprachen. Für die Realism Working Group schrieb sie mit Johannes Raether über »Die Art of Falling Apart – über den Realismus der Romantik«. In KSR N°1 schrieb sie über »Künstlerische Produktion und Kunstproduktion – Polytechnik und Realismus in der frühen Sowjetunion«.

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BERLIN ←

Hans Beimler Chor – Wär ich nicht arm, wärst du nicht reich.

► Sa, 04.11.17, 20:00 Uhr, Werkstatt der Kulturen, Wissmannstraße 32, 12049 Berlin // So, 05.11.17, 15:00 Uhr, Werkstatt der Kulturen.

Der Hans-Beimler-Chor wurde 1972 in Berlin-Neukölln gegründet. Er vereint unterschiedliche Altersgruppen, Geschlechter, soziale Gruppen und Nationalitäten. In den mehr als 40 Jahren seines Bestehens hat sich der Chor für die Teilnahme an Kampagnen der Internationalen Solidarität und der Initiative „Künstler für den Frieden“, durch Auftritte für Mieter- und Umweltbewegungen sowie bei Gedenktagen für die Opfer des Faschismus ein sehr vielseitiges Repertoire erarbeitet. 4397

Im Zentrum des Singens steht das – 2014 von der UNESCO als Teil des Immateriellen Kulturerbes anerkannte – Liedgut der Arbeiter*innenbewegung. Die künstlerische Leitung hat seit 2007 Johannes C. Gall inne. Viele selten aufgeführte Stücke wurden von ihm eigens für den Hans-Beimler-Chor arrangiert. Die zunehmend ungleiche Verteilung des gesellschaftlichen Reichtums wird zu einem immer drückenderen Problem von großer sozialer Sprengkraft. Die beiden Konzerte mit dem Titel „Wär ich nicht arm, wärst du nicht reich“ beschäftigen sich mit dieser Thematik. Als politisch engagierter Chor bedient sich der Hans-Beimler-Chor der ihm eigenen künstlerischen Mittel: Lieder in direktem Zugriff, aber auch auf ironischer oder sarkastischer Ebene, vermittelt durch gesprochene Texte und Videodarstellungen. Dabei sind neben dem traditionellen Liedgut der Arbeiter*innenbewegung auch verschiedene Genres der populären Musik und Stücke zeitgenössischer Komponist*innen vertreten.

Programm:  

I. Money, Money // Die belebende Wirkung des Geldes // Ballade vom angenehmen Leben //Millionär // Konjunktur-Cha-Cha
 II. Meine Freiheit, deine Freiheit // Die Meisten // Wir sind so gemein // Lied vom Abbau // O Fallada, da du hangest! // Ballade von den Säckeschmeißern // Kapitalistenlied // Liturgie vom Hauch
 III. Resolution // Die Straße dröhnt // Zeitmarsch // Lenin
★ IV. Talkin‘ ‚bout a Revolution // Kohlen für Mike // An Stelle einer Grabrede // Bankenlied // Der zerrissene Rock // Auf den Straßen zu singen // Lob der Dialektik

 LEIPZIG ←

Veronika Kracher – The Cummunist Manifesto. Reading.

► Fr, 13.10.17, 20:00 Uhr, Gleiserei, Eisenbahnstraße 150, 04315 Leipzig

In 1864, a group of intellectuals and proletarians, appaled by the horros of capitalist society gather themselves under the banner of the First Internationale to discuss possible alternatives. Among those men is a certain Karl Marx. There are many differences between Marx and his fellow comrades Mikhail Bakunin, Pierre-Joseph Proudhon, Louis-Auguste Blanqui and Guiseppe Garibaldi, but they learn to deal with them in unexpected ways. Confronted with the violence of capitalism they soon realize that their desire is not only for the overthrow of the bourgiosie alone. No, there is something about the eyes, the skin, the flesh of the other that goes beyond class solidarity – ass solidarity! 150 years later, the spectre of communism is still haunting Europe and this Friday 13th we resurrect him from the grave. Prepare for the deepest realms of the abyss as we light the heavy black candles and journey down the left hand path to a place, where the sceleton inside of you is the real you. 

This story, of revolution, passion & booty is brought to the stage by none other than Veronika Kracher (a journalist somewhere between punkrock and critical theory) and Daniel Degeest (actor, really cool chap, overall sensational). This revolutionary dream team has managed to put the highly praised short story „The cummunist manifisto“, written by mysterious author Simone de Baise-Moi live on stage. Vero KracherTo warm up your mortal flesh and forever cursed soul we invited Leipzig’s sisters of madness & savagery, the witches of the East Kuku Schrappnell & Milzbrand Babsi reading queer fiction from the prisons of their souls (or the american prison-industrial complex). Card Readings and Throat Sacrificies on request! So let’s seize the means of seduction & delve into the night of shadow and darkness. Expect: Sex! Materialist criticism! Live Soundeffects! Commie puns galore! The event will be in English and is not suited for minors.

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